SPIELSTUDIO FOKUS: AUTISMUS


Wenn Sie ein junges Kind (unter 3 Jahren) haben, bei dem Sie selbst oder jemand anderer den Verdacht auf eine Störung des autistischen Spektrums haben, stellen Sie es bitte möglichst frühzeitig vor! Es ist sowohl eine Erleichterung zu erfahren, dass nichts Störungswertiges gefunden wird, als auch dass wir verschiedene Ansatzpunkte bieten, wie wir die Entwicklung des Kindes auf einen optimalen Pfad lenken und seine Potenziale entfalten können.

 

Bitte besuchen Sie dazu die Seite Fokus: Early Years 

 

Hier finden Sie eine Checkliste früher Warnsignale für Autismus. 



Was bieten wir für Ihre Fragestellung


NEUE WEGE DER AUTISMUSTHERAPIE:   BEDÜRFNISORIENTIERT ~ INDIVIDUALISIERT ~ KINDZENTRIERT ~ SPIELERISCH ~ INTERAKTIV


Störungen der sensorischen Verarbeitung und der Praxie (Bewegungs- und Handlungplanung) werden heutzutage von vielen Experten als Kernproblematik von Autismus angesehen. Elisabeth Söchting und eine der Therapeutinnen des SpielStudio sind nicht nur Spezialisten für sensorische Integration und Praxie, sondern auch für Autismus.

 

Elisabeth Söchting, Ergotherapeutin,  hat während ihres dreijährigen Arbeits- und Studienaufenthaltes in Kalifornien ein Studium an der Thomas Jefferson University, Philadelphia, "Advanced Practitioner Certificate in Autism Research & Intervention"  absolviert und von der Behandlung zahlreicher autistischer Kinder ab ca. 18 Monaten bis zu Erwachsenen gelernt. Es ist ihr besonders wichtig, auf die Berichte Betroffener zu hören ("first hand accounts") und sich in die Betroffenen und ihre Wahrnehmung der Welt hineinzuversetzen. Als weltweit bekannte Expertin für Sensorische Integration erhebt sie den sensorischen Status autistischer Kinder, plant und supervisiert die direkte ergotherapeutische Behandlung (falls nötig und erwünscht) und entwickelt individualisierte und wirksame Strategien, um dem Kind den Alltag zu erleichtern.

 

Die Junior-Ergotherapeutinnen und Practitioners des SpielStudio, die die Behandlungen unter enger Supervision und im Austausch mit dem multidisziplinären Team durchführen, haben eine abgeschlossene ASI-Ausbildung oder stehen in Ausbildung für Ayres Sensorische Integrationstherapie (ASI) und/oder DIRFloortime. 

 

Unsere Psychologin, systematische Therapeutin und DIRFloortime Therapeutin und Instruktorin Giulia Campatelli führt ganzheitliche und alltagsorientierte Autismusabklärungen (mit den Goldstandard Instrumenten ADOS2, ADI-R, aber erweitert durch ihre DIRFloortime Perspektive auf die emotionale Entwicklung des Kindes und seine Beziehungen zur Familie und Umwelt) durch und deckt den emotionalen und Beziehungsteil der Autismustherapie ab. Sie bietet Floortime Behandlungen, in die die Eltern einbezogen und sehr hilfreich in ihrer Interaktion und Beziehung zum Kind unterstützt werden.

 

Unsere Musiktherapeutin Martina Weissensteiner hat besondere Kenntnisse und Erfahrungen mit Autismus und nutzt das Medium Musik, um mit dem autistischen Kind in Beziehung zu kommen.

 

Unser Ergotherapeut und Dramatherapeut Wim Vermaeren bietet ab 2018 für Kinder ab ca. 8 Jahren mit Asperger Syndrom bzw. hochfunktionalem Autismus Einzel- oder Gruppenstunden mit Dramatherapie an. 



SpielMinis Frühinterventionsgruppe

Kleingruppenprogramm 2-3x wöchentlich (9-12h) für Kinder mit Autismus oder Autismusverdacht zwischen 1 1/2 und ca. 3 Jahren zur Vorbereitung auf den Kindergarten.  

 

Die Gruppe wird pädagogisch-therapeutisch geleitet. An jedem Tag findet eine Therapiestunde in Kleingruppen (2-3 Kinder) statt. Den erforderlichen Betreuungsschlüssel von maximal 1:3 erreichen wir dadurch, dass ein Elternteil (oder eine andere Bezugsperson) jedes Kindes in einem Rotationssystem in der Gruppe mitarbeitet. 

 

SpielMinis bindet therapeutisches Herangehen nach den Prinzipien von Sensorischer Integration (Fokus Sinnesverarbeitung, Wahrnehmung, Handlungsfähigkeit) und DIRFloortime (Fokus Beziehung, Interaktion, Kommunikation) in eine pädagogische Struktur (Ablauf wie im Kindergarten mit center-based learning und incidental learning) ein. Unsere Ansätze fördern nachgewiesenermaßen die Entwicklung der Kinder ganzheitlich, um sie auf den inklusiven oder integrativen Kindergarten vorzubereiten. Das Programm orientiert sich an Early Intervention Modellen, die ich in Kalifornien kennen gelernt habe, primär am Therapy West Infant Specialized Play Program (TWISPP).  Aspekte des Leaps & Bounds Program des Pediatric Therapy Network, Torrance (PTN) und des Early Start Denver Modells (ESDM) fließen in das Curriculum ein. 

Sehen Sie hier das Beispiel eines typischen SpielMinis Vormittags (nach TWISSP)

 

Im Sinne der Inklusion unterstützen wir den Transfer in den Regelkindergarten durch Erstellung eines Förderprofils und Teamarbeit mit den Pädagoginnen durch Beratung bzgl. Umwelt- und Aufgabengestaltung vor Ort, damit das Kind optimal am Bildungsangebot partizipieren kann.


Bei genügend Anmeldungen startet die Frühtherapiegruppe "SpielMinis" im Oktober 2017.

 

Wir wollen den Familien betroffener Kinder eine Alternative zur gängigen verhaltenszentrierten Sicht- und Behandlungsweise von Autismus bieten:  personenzentrierte und ursachenorientierte Frühdiagnostik und -intervention.

So wie wir bei einem Grippekranken mit der Therapie nicht daran ansetzen würden, den Kranken dazu zu bewegen, aus dem Bett aufzustehen, setzen wir auch bei Autismus nicht am Verhalten an, sondern hinterfragen, WARUM das Kind sich auf eine bestimmte Art verhält.  Und so wie eine Grippebehandlung an den Ursachen ansetzt, die den Kranken dazu bringen, im Bett zu liegen (nicht das Virus selbst, sondern Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Husten), so versuchen wir die Ursachen der autistischen Verhaltensweisen zu identifizieren und mit unserer Behandlung dort anzusetzen.  

Sinnesinformationen zu verarbeiten und die gespeicherten Informationen für die Planung und Ausführung zweckmäßiger Handlungen zu nutzen (Praxie) spielen dabei eine zentrale Rolle.  Wie zahlreiche jüngere Studien und die aktuelle Hirnforschung zeigen, ist die Modulation und Integration von Sinnesinformationen bei Autismus gestört. Dyspraxie wird von manchen Forschern für den Kern der autistischen Störung gehalten. Nach Aussagen Betroffener wie Donna Williams, Temple Grandin und Carly Fleischmann stellen die sensorischen Verarbeitungsstörungen, v.a. Überempfindlichkeiten und Reizüberflutung, die verheerendste Beeinträchtigung bei einer autistischen Störung dar.

 

Unser therapeutischer Ansatz bei jungen Kindern beruht also darauf, das Kind zu verstehen, sein Verhalten als Ausdruck seines Denkens und Empfindens in Interaktion mit der Umgebung und der Aufgabe zu interpretieren, und an Problemen dieser Funktionen anzusetzen. Verhaltensmodifikation ist eine wichtige Ergänzung bei klar umrissenen Lernaufgaben (z.B. Sauberkeitstraining), bei älteren Kindern, die kognitiv sehr schwach sind, und als Notlösung, wenn nichts anderes wirkt.  

 

Durch unsere Arbeit wollen wir mehr Verständnis und Empathie für autistische Personen erreichen. 


DIE MISSION DER „SpielMinis“ 

Diese therapeutische Frühintervention soll Kinder und ihre Familien auf die Partizipation (Teilhabe) an allen gesellschaftlichen Angeboten hinsichtlich Erziehung, Erholung, Unabhängigkeit und Wohlbefinden vorbereiten.

Diese Vorbereitung findet durch therapeutische Unterstützung in einer anregenden Umgebung statt, die den inneren Drang des Kindes nach Exploration, Spiel und Kompetenz nutzt.

 


Familienbegleitung


Eltern autistischer Kinder erleben laut Studien den höchsten Stress aller Eltern behinderter Kinder. Unsere Psychologinnen unterstützen sie durch  Trauerbegleitung, Elternberatung und Coaching, um die psychische   Belastung zu reduzieren.

 

Spezialisierte Ergotherapeutinnen und Psychologinnen leiten Eltern zur spielerischen Interaktion nach dem DIRFloortime® Modell an, wodurch die Eltern einen wichtigen Teil der Behandlung zu Hause übernehmen können. Laut Studien führten die Eltern bei diesem Ansatz die Behandlung für durchschnittlich 15 Wochenstunden daheim weiter.

 

Wir planen, periodisch Elternkurse und spezielle Familienevents (Ausflug, Spielnachmittag) auszuschreiben.  

 


Anmeldung zur Familienbegleitung




Warum AutismusFokus?

Elternarbeit nach dem DIRFloortime Modell

DIRFloortime ist in den USA ein fixer Bestandteil von Autismustherapien, im deutschen Sprachraum noch weitgehend unbekannt. Der Kinderpsychiater Stanley Greenspan hat ein Modell der emotionalen Entwicklung und einen beziehungsorientierten Behandlungsansatz entwickelt, der den sensorisch-integrativen Ansatz großartig ergänzt. DIRFloortime und SI-Ansatz beruhen auf derselben Philosophie, nämlich Selbstaktualisierung durch eine respektvolle therapeutische Allianz mit dem Kind und spielerische, kinderzentrierte Interaktionen, die seine sensorischen Bedürfnisse berücksichtigen (und in der SI-Therapie darüber hinaus auch direkt behandeln).  

Bei Floortime lernen die Eltern, mit ihrem Kind in Beziehung zu kommen, Spaß zu haben und einfach zu spielen - ohne Agenda im Hinterkopf, ohne Erziehungs-, Lern- oder Förderziel.



Die sensorischen Verarbeitungsstörungen sind eines der Kernprobleme bei Autismus. Unzählige Berichte Betroffener und Studien beschreiben die verheerenden Auswirkungen, die die oft mit dem Erregungszustand rasch wechselnden Unter- und Überempfindlichkeiten auf das Verhalten und die Alltagsbewältigung haben.  Dr. Ayres hat sich schon in den 1970er Jahren mit sensorischer Integration bei Autismus beschäftigt, Annahmen über die neurologischen Grundlagen angestellt, die später bestätigt wurden (z.B. dass es sich um eine neurologische und nicht psychologische Störung handelt, dass das limbische System eine entscheidende Rolle spielt, dass vor allem die Prozesse des Registrierens,  Modulierens und Integrierens von Sinnesinformationen gestört sind) und die Wirksamkeit der SI-Therapie getestet (Ayres &Tickle, 1980).

 

Der SI-Ansatz unterscheidet sich von anderen (wie ABA, Sozialkompetenztraining, TEACCH) darin, dass er nicht an Symptomen ansetzt,sondern an zugrunde liegenden Fähigkeiten wie:

  • Regulation, Modulation, Reaktivität,
  • Perzeption, 
  • Praxie (Bewegungs- und Handlungsplanung). d.h. Ideation (Vorstellung des Handlungsziels), Initiieren, Planen, Antizipieren, Zu-Ende-Führen, Variieren. Dazu ist es notwendig, Sinnesinformationen geordnet zu verarbeiten und zu nutzen.

Kein Wunder, dass 8000 Eltern autistischer Kinder in einer Befragung, welches die wirksamste Therapie für ihr Kind war,  Ergotherapie als Nummer 1 nannten - 90% davon nach dem SI-Ansatz! (Quelle: AutismSpeaks)

Aktuelle, qualitativ hochwertige Studien zeigten die weitreichende Wirksamkeit der ET-SI nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern auf verschiedene Entwicklungsbereiche (Bellefeuille, 2013; Wuang et al,. 2009; Miller, Coll & Schoen, 2007; Schaaf et al., 2014).

 

Praxisinhaberin Elisabeth Söchting hat aus Kalifornien nicht nur viel praktische Erfahrung in der Arbeit mit autistischen Kindern mitgebracht, sondern auch ein Advanced Practice Certificate in Autism Intervention and Research der Thomas Jefferson University in Philadelphia. Unsere Therapeutinnen, die ihre SI-Ausbildung aus erster Hand in Kalifornien oder bei der GSIÖ in Kooperation mit der University of Southern California (USC) gemacht haben, haben vertieftes Wissen über Autismus und praktische Erfahrung mit autistischen Kindern.



Sehen Sie hier das Video einer Familie, die die bei uns eingesetzten Ansätze ausprobiert hat und was ihr am meisten geholfen hat. 

Wenn Sie diese Geschichte fasziniert, besuchen Sie die Website oder sehen Sie sich den ganzen Film auf Vimeo an!




Spiel Mit! Soziale Gruppe

für Kinder ab 7 Jahren mit sozialen Schwierigkeiten und Ängsten aufgrund von Aspergersyndrom, hochfunktionalem Autismus oder sensorischen Integrationsstörungen.

Das Curriculum integriert Konzepte aus "Every Child Wants To Play" (PTN) und Buddy Club.  Gemeinsame Spiele und Unternehmungen, die Gelegenheiten zur sozialen Interaktion bieten, mit Reflexion. Einsatz von Videomodeling und iPad Apps.

Pro Block 6 Einheiten a 90 Min in der Kleingruppe (maximal 6 TN), entspricht 10 Einheiten

 

Anmeldung zur sozialen Therapiegruppe "Spiel Mit!"


DIRFloortime Einführung - Zertifikatskurs ICDL

Das SeminarInstitut bringt heuer DIRFloortime erstmals nach Österreich!

 

Der erste von ICDL anerkannte Zertifikatskurs "Einführung in DIRFloortime" im deutschsprachigen Raum, der im Oktober 2015 im Rahmen der Schwerpunktveranstaltung AUTISMUS INTENSIV in Salzburg stattfand, kam bei Therapeutinnen und Eltern sehr gut an!

Das SeminarInstitut in Wien bietet 1-2x jährlich mitIntro-Workshops die Gelegenheit, auch als Eltern oder Interessierte das DIR Modell und den Floortime-Interaktionsansatz kennenzulernen.


Die Asperger Experten

Die Aufklärungsarbeit der Asperger Experts gehört zum besten, was uns diesbezüglich untergekommen ist!  Sie stimmt 100%ig mit dem Verständnis der Störung aus SI-Perspektive überein. Wie viele andere Betroffene auch (z.B. Donna Williams, Temple Grandin) betonen die Asperger Experten, dass die sensorischen Verarbeitungsstörungen die  Wurzel der meisten Probleme im Leben von Autisten sind. Während die SI-Therapie auch versucht, dieses Problem direkt zu behandeln, klären die Asperger Experten zunächst vor allem darüber auf, dass symptomorientierte Ansätze nichts zur Lebensqualität von Betroffenen beitragen (siehe unten), sondern dass die Grundvoraussetzungen verändert werden müssen, um wirklich und nachhaltig etwas zu bewirken. 

Sie geben unzählige Anregungen, wie man mit den 3 Grundproblemen, die die autismustypischen Verhaltensweisen und Schwierigkeiten umgehen kann:

  1. desorganisierte Sinnesverarbeitung und Reizüberflutung
  2. Stress
  3. Ängste

Deshalb teilen wir die kostenlosen Informationen der Asperger Experts auf der SpielStudio Seite.

 

Don't teach social skills!

Therapeuten, die mit SI arbeiten,  kommt diese Aussage nicht so provokant vor, wie sie sicherlich für viele lern- und verhaltenstherapeutisch orientierte Fachleute klingt - immerhin ist Sozialtraining Schwerpunkt vieler Autismusprogramme.


In ihrem Video  erklären die Asperger Experten, warum es keinen Sinn hat, komplexe Leistungen anzutrainieren, solange die Grundlagen nicht passen. Reizüberflutung, Stress und Ängste sind die eigentlichen Ursachen der sozialen Unsicherheiten und müssen beeinflusst werden. Fühlt sich der Betroffene wohler und sicherer, wird er automatisch besser kommunizieren.


Deklaration: Wir sind auf keine Weise mit den AspergerExperts verbunden oder an ihren Einnahmen beteiligt. Wir teilen diese Information hier aus Überzeugung, weil wir die Informationen und die Art der Vermittlung wichtig für alle Eltern von Kindern mit Störungen des autistischen Spektrums halten.