Warum AutismusFokus?

 

Wir wollen den Familien betroffener Kinder eine Alternative zur gängigen verhaltenszentrierten Sicht- und Behandlungsweise von Autismus bieten:  personenzentrierte und ursachenorientierte Frühdiagnostik und -intervention.

So wie wir bei einem Grippekranken mit der Therapie nicht daran ansetzen würden, den Kranken dazu zu bewegen, aus dem Bett aufzustehen, setzen wir auch bei Autismus nicht am Verhalten an, sondern hinterfragen, WARUM das Kind sich auf eine bestimmte Art verhält.  Und so wie eine Grippebehandlung an den Ursachen ansetzt, die den Kranken dazu bringen, im Bett zu liegen (nicht das Virus selbst, sondern Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Husten), so versuchen wir die Ursachen der autistischen Verhaltensweisen zu identifizieren und mit unserer Behandlung dort anzusetzen.  

Sinnesinformationen zu verarbeiten und die gespeicherten Informationen für die Planung und Ausführung zweckmäßiger Handlungen zu nutzen (Praxie) spielen dabei eine zentrale Rolle.  Wie zahlreiche jüngere Studien und die aktuelle Hirnforschung zeigen, ist die Modulation und Integration von Sinnesinformationen bei Autismus gestört. Dyspraxie wird von manchen Forschern für den Kern der autistischen Störung gehalten. Nach Aussagen Betroffener wie Donna Williams, Temple Grandin und Carly Fleischmann stellen die sensorischen Verarbeitungsstörungen, v.a. Überempfindlichkeiten und Reizüberflutung, die verheerendste Beeinträchtigung bei einer autistischen Störung dar.

 

Unser therapeutischer Ansatz bei jungen Kindern beruht also darauf, das Kind zu verstehen, sein Verhalten als Ausdruck seines Denkens und Empfindens in Interaktion mit der Umgebung und der Aufgabe zu interpretieren, und an Problemen dieser Funktionen anzusetzen. Verhaltensmodifikation ist eine wichtige Ergänzung bei klar umrissenen Lernaufgaben (z.B. Sauberkeitstraining), bei älteren Kindern, die kognitiv sehr schwach sind, und als Notlösung, wenn nichts anderes wirkt.  

 

Durch unsere Arbeit wollen wir mehr Verständnis und Empathie für autistische Personen erreichen. 

 

Die sensorischen Verarbeitungsstörungen sind eines der Kernprobleme bei Autismus. Unzählige Berichte Betroffener und Studien beschreiben die verheerenden Auswirkungen, die die oft mit dem Erregungszustand rasch wechselnden Unter- und Überempfindlichkeiten auf das Verhalten und die Alltagsbewältigung haben.  Dr. Ayres hat sich schon in den 1970er Jahren mit sensorischer Integration bei Autismus beschäftigt, Annahmen über die neurologischen Grundlagen angestellt, die später bestätigt wurden (z.B. dass es sich um eine neurologische und nicht psychologische Störung handelt, dass das limbische System eine entscheidende Rolle spielt, dass vor allem die Prozesse des Registrierens,  Modulierens und Integrierens von Sinnesinformationen gestört sind) und die Wirksamkeit der SI-Therapie getestet (Ayres &Tickle, 1980).

 

Der SI-Ansatz unterscheidet sich von anderen (wie ABA, Sozialkompetenztraining, TEACCH) darin, dass er nicht an Symptomen ansetzt,sondern an zugrunde liegenden Fähigkeiten wie:

  • Regulation, Modulation, Reaktivität,
  • Perzeption, 
  • Praxie (Bewegungs- und Handlungsplanung). d.h. Ideation (Vorstellung des Handlungsziels), Initiieren, Planen, Antizipieren, Zu-Ende-Führen, Variieren. Dazu ist es notwendig, Sinnesinformationen geordnet zu verarbeiten und zu nutzen.

Kein Wunder, dass 8000 Eltern autistischer Kinder in einer Befragung, welches die wirksamste Therapie für ihr Kind war,  Ergotherapie als Nummer 1 nannten - 90% davon nach dem SI-Ansatz! (Quelle: AutismSpeaks)

Aktuelle, qualitativ hochwertige Studien zeigten die weitreichende Wirksamkeit der ET-SI nicht nur auf ein einzelnes Symptom, sondern auf verschiedene Entwicklungsbereiche (Bellefeuille, 2013; Wuang et al,. 2009; Miller, Coll & Schoen, 2007; Schaaf et al., 2014).

 

Praxisinhaberin Elisabeth Söchting hat aus Kalifornien nicht nur viel praktische Erfahrung in der Arbeit mit autistischen Kindern mitgebracht, sondern auch ein Advanced Practice Certificate in Autism Intervention and Research der Thomas Jefferson University in Philadelphia. Unsere Therapeutinnen, die ihre SI-Ausbildung aus erster Hand in Kalifornien oder bei der GSIÖ in Kooperation mit der University of Southern California (USC) gemacht haben, haben vertieftes Wissen über Autismus und praktische Erfahrung mit autistischen Kindern.



Sehen Sie hier das Video einer Familie, die die bei uns eingesetzten Ansätze ausprobiert hat und was ihr am meisten geholfen hat. 

Wenn Sie diese Geschichte fasziniert, besuchen Sie die Website oder sehen Sie sich den ganzen Film auf Vimeo an!